Was heißt systemisch?

Ein System besteht aus einzelnen Teilen die zu einem großen Ganzen gehören. Nehmen Sie ein Mobile, es besteht aus vielen Teilen, die sich alle unabhängig voneinander bewegen/verändern können. Als Ganzes kann es sich auch ganz ruhig verhalten.

Der Mensch entsteht im System mit seinen einzelnen Persönlichkeitsteilen und verhält sich dementsprechend unterschiedlich in unterschiedlichen Systemen. Menschen sind nicht, sondern verhalten sich so und so……. Die Familie ist unser vertrautestes System, wir bewegen uns in einem Freundeskreis, der ebenfalls ein System darstellt, ebenso wie wir uns in einem beruflichen System bewegen. 

Wir sprechen von einer systemischen Betrachtungsweise, wenn wir einzelne Teile im Zusammenhang mit dem großen Ganzen sehen, so wie ein Puzzle. Ebenso wird ein Problem nicht als Ursache eines einzelnen Teiles gesehen, sondern als Störung oder Ursache innerhalb des Gesamtsystems.

Systemisch bedeutet auch in Wechselwirkungen zu denken. Das heißt die Beziehung der einzelnen Teile untereinander sowie auch in Bezug auf das gesamte System zu sehen.  Die Konzentration sollte daher nicht nur auf einen Problemträger gelegt sein, sondern das ganze System sollte mit einbezogen werden. Jeder einzelne Teil hat Auswirkungen auf das Gesamtsystem. Und Strukturen des Gesamtsystems haben Auswirkungen auf die einzelnen Teile oder Individuen.

Systemisch Denken bedeutet nicht in richtig und falsch zu denken, sondern anders zu denken und die verschiedenen Möglichkeiten in Zusammenhang mit dem Gesamtsystem zu sehen. Durch die wechselseitige Sichtweise auf die einzelnen Teile können größere Zusammenhänge erkannt werden, beispielsweise in einer Familie oder Organisation/Team. Oftmals handelt es sich um grundlegende strukturelle Probleme in einem Gesamtsystem und nicht beim einzelnen Individuum.

Viele Coaches gehen heute bei ihrer Prozessbegleitung in unterschiedlichen Situationen systemisch vor, das heißt, es wird auch das Umfeld miteinbezogen – die Kollegen, die Familie, die Freunde. Wenn das Umfeld nicht den eigenen Werten und Vorstellungen entspricht, kann sein, dass der Einzelne im falschen System steckt und selbst völlig ok ist.

Systemisches Denken führt zu neuen Ideen und Handlungsoptionen, so dass die Möglichkeiten wachsen.

Systemisch Denken heißt auch zirkulär zu denken –  in wechselseitiger Wirkung bzw. Auswirkung

Systemisches Denken ist verhaltens- ziel- und zukunftsorientiert.

Für eine Organisationsstruktur oder Unternehmenskultur stellt die systemische Sichtweise wesentlich mehr Möglichkeiten zu einer zufriedenen Entwicklung dar. Hindernissen können sichtbar gemacht werden und damit auch behoben werden. 

Zu einem guten Coaching ist es wichtig, die zu erwartenden Auswirkungen und gewünschten Veränderungen mit dem Klienten zu besprechen und die Chancen für das familiäre und berufliche System zu prüfen. 

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